APPLETON ESTATE
RARE BLEND 12 YEARS

Seit 1749 produziert Appleton Estate auf Jamaika in ihren Destillerien Rum und ist damit die älteste Rum-Brennerei auf der Insel. Umso überraschender ist es für mich, dass die Rumsorten von Appleton Estate nicht in die Kategorie der sogenannten High Ester Rums fallen, sondern einen sehr geringen Anteil an Estern enthalten. Warum Appleton Estate Rare Blend 12 Years trotzdem ein gern gesehener Gast in meiner Bar ist und sich aus meiner Sicht durchaus für den Einstieg in die Welt der ungesüßten Rums eignet, möchte ich euch gerne in diesem Review erklären.

Die erste Erwähnung der Rumproduktion von Appleton Estate war in einem Dokument aus dem Jahre 1749. Appleton Estaton selbst geht sogar davon aus, dass das Anwesen bereits seit 1655 besteht. Doch auch bei diesem alten Traditionsunternehmen haben sich in der jüngsten Vergangenheit die Eigentümer häufig geändert. Die letzten 100 Jahre wurden für Appleton Estate durch einige Eigentümerwechsel geprägt bis sie 2012 schließlich zusammen mit J. Wray and Nephew Ltd. durch die Firma Campari übernommen wurden.

Herstellung

Um bei der Produktion ihrer Rumsorten eine gleichbleibende hohe Qualität zu erreichen, setzt Appleton Estate nach eigenen Angaben komplett auf eigene Zutaten und Produkte. Dies fängt bereits bei der Auswahl des Zuckerrohrs an, der für die Herstellung der Melasse verwendet wird, denn dieser wird auf dem eigenem Anwesen angebaut. Im nächsten Schritt wird die Melasse dann mit eigenen Hefekulturen vermischt und vergoren um anschließend die daraus entstandene Maische nach dem Pot Still Verfahren zu destillieren. Appleton Estate überlässt bei keinem Schritt der Herstellung etwas dem Zufall und stellt deswegen auch in ihrer Küferei die Eichenfässer selbst her in denen der Rum nach der Destillation für mindestens 12 Jahre lagern darf. Auf die darauffolgende Verblendung ist Appleton besonders Stolz, weil sie von der ersten weiblichen Master Blenderin der Welt Joy Spence durchgeführt wird.

Geruch

Als ich das erste Mal den Duft aus der Flasche des Appleton Estate Rare Blend 12 Years wahrgenommen habe, war ich ein wenig enttäuscht, da er für einen jamaikanischen Rum einen äußerst milden Duft verströmte. Erst als ich ihn mir ins Glas einschenkte, zeigte mir der Rum mit seiner Würzigkeit die lange Lagerzeit in den Eichenfässern. Nach mehreren Atemzügen konnte ich dann auch leichte Noten von Bananen sowie Trauben wahrnehmen, jedoch waren diese so dezent, dass man den Appleton Estate trotz seiner Herkunft eindeutig nicht als High Ester Rum einstufen kann.

GESCHMACK

Anders als im Geruch konnte mich der Appleton Estate mit einer größeren Facette an Geschmacksnuancen begeistern. Denn gleich am Anfang überraschte mich der Rum mit dem frischem Geschmack eines Apfel sowie dem dazu gegensätzlichen Geschmack einer Haselnuss. Umso länger ich dem Rum Zeit gab sich in meinem Mund zu entfalten, umso klarer kam die bereits im Duft wahrgenommene Banane sowie die Eiche zum Vorschein. Im Abgang erinnerte mich der Rum dann aufgrund der rauchigen Präsentation sehr an einen Whiskey.

FAZIT

Anders als erwartet handelt es sich bei dem Appleton Estate Rare Blend 12 Years nicht um einen sogenannten High-Ester Rum wie man es sonst von Rumsorten aus Jamaika gewohnt ist. Trotzdem erhält man bereits für knapp 30 Euro mit dem Appleton Estate Rare Blend 12 Years einen Rum für einen schönen Abend mit Freunden, der mit Geschmacksnuancen von Apfel und Banane zu überzeugen weiß.

Meinen Eindruck könnt ihr auch HIER in der Rum Tasting Notes App sehen.

Schreibe einen Kommentar