Blackforest Wild Rum: Woher kommt die Orange?

Wenn ein Rum im Schwarzwald produziert wird, dann muss ich den doch einfach probieren. Nur leider ist meine Liste an Rumsorten doch noch etwas lang, sodass ich bisher nicht dazu kam den Blackforest Wild Rum zu kaufen. Umso größer war meine Freude als ich ihn zum Geburtstag erhalten. Nun kann ich ihn endlich für euch verkosten und meine Empfehlung abgeben.

Immer wenn ich an den Schwarzwald denke, erinnert es mich an meine Sommerurlaube während meiner Jugend. Neben viel kultureller Abwechselung steht für mich der Schwarzwald auch für leckere landwirtschaftliche Produkte wie z.B. den Schwarzwälder Schinken. So verwunderte es mich auch nicht zu lesen, dass die Familie Wild auch heute noch im Besitz vieler Streuobstwiesen ist. Haben sie im 19. Jahrhundert von den Erträgen noch als Bauern leben können, verarbeiten sie heute die verschiedensten Birnen, Kirschen, Beeren und vieles mehr zu ausgelesenen Destillaten. Doch auch Destillate wie Vodka, Whisky oder den Black Forest Wild Rum können sie ihr Eigen nennen.

Herstellung des Blackforest Wild Rum

Wie ihr euch denken könnt, bietet der Schwarzwald nicht die perfekten Klimabedingen für den Anbau von Zuckerrohr. Daher importiert die Wild Brennerei ihre Melasse in Bioqualität aus Paraguay und verdünnen sie mit Quellwasser. Was ich nicht erwartet hätte in Deutschland ist die anschließende Spontangärung mit Wildhefen aus der Luft für ca. 4 Wochen. Danach geht es dann direkt in die doppelte Destillation in den kupfernen Pot Stills. Und jetzt ist wird es wirklich spannend. Oft werden Rumsorten anschließend in alten amerikanischen Weißeichenfässern gereift. Doch das ist der Wildbrennerei zu langweilig und deswegen reift Blackforest Wild Rum für 6 Jahre in Portwein-, neuen amerikanische Weißeiche-, Cognac-, Bourbon-, Sherry- und sogar Orangenweinfässer. Erst danach werden alle Rumsorten miteinander verblendet und in einer Trinkstärke von 42% abgefüllt.

Geruch des Blackforest Wild Rum

Wie es für einen gereiften Rum zu erwarten ist, zeigt sich der Blackforest Wild Rum schon in der Nase sehr geschmeidig und weich. Auch durch die unterschiedlichen Fassreifungen entsteht eine wunderbare Kombination in Form eines vanilligen süßen Gebäcks mit angenehmen Holznoten. Verfeinert wird das ganze durch den leichten Duft nach Orangenabrieb.

Geschmack des Blackforest Wild Rum

War Einfluss im Duft noch sehr gering, so kann ich die Lagerung im Orangenweinfass geschmacklich definitiv nicht verleugnen. Sie zeigt sich im Blackforest Wild Rum sehr präsent ohne negativ aufzufallen. Dazu passt auch super die an Honig erinnernde Süße. Im Abgang wird es im ersten Moment vanillig und zum Schluss sogar würzig fast schon scharf.

Fazit

Ich finde beim Blackforest Wild Rum ist es wichtig die Herstellung zu kennen. Wer nichts von der unterschiedlichen Fassreifung weiß, könnte geneigt sein auf künstliche Aromen zu tippen. Aufgrund seiner Geschmeidigkeit und sein Orangenaroma war es eine interessante Abwechslung. Als Alltagsrumalternative finde ich klasse, aber für den besonderen Abend fehlt ihm doch das gewisse Extra. Was ich sehr befürworten kann ist der Direktbezug bei der Wild Brennerei für 17,50€ für 0,2L bzw. 34,50€ für 0,5L.

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