Castenschiold 1864: Dänische Geschichte

Das schöne an einer Lieferum ist der Überraschungseffekt. Denn der Ruf oder das Designs des Produkts kann keinerlei Einfluss auf mich nehmen und ich bin unvoreingenommen. Diesmal erwartete mich der Castenschiold 1864 und wird nun verkostet.

Trotz der langen Existenz ist Castenschiold auch heute noch ein Familienunternehmen. Alles fing an als Jørgen Carstensen im 17. Jahrhundert von Flensburg (zu dem Zeitpunkt noch ein Teil von Dänemark) zur dänischen Kolonie St. Thomas reiste. Durch die karibischen Klimabedingungen eignete sich die heutige in amerikanisch befindliche Jungferninsel perfekt für den Anbau von Zuckerrohr. So lag es für Jørgen Carstensen und seinem Sohn Johan Lorentz nah das Zucker- sowie Rumgeschäft für die Vestindisk Kompagni (dänische westindische Kompagni) auszubauen. Dadurch begannen sie als Bottler den Rum sowohl nach Kopenhagen als auch in ihre Heimat Flensburg zu exportieren. Als Johan Lorentz schließlich aufgrund seiner Dienste für die dänische Krone geadelt wurde, entschied er sich den heutigen Familiennamen Castenschiold anzunehmen.

Der Castenschiold 1864 ist dem Helden von Dybbøl, Leutnant Carl Castenschiold, gewidmet. Denn er war der Kommandant der dänischen Verteidigungsanlage und und verteidigte den nördlichen Brückenkopf und wurde hier für seinen Mut mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Herstellung

Zu der Herstellung des Castenschiold 184 selbst gibt es leider wenig verfügbare Informationen. Bekannt ist nur, dass es sich um einen Blend aus karibischen Rumsorten handelt. Diese wurden nach dem Pot Still Und Column Still Verfahren destilliert. Anschließend durften sie erst in Bourbon Fässern und danach in Vintage Sherryfässern reifen.

Geruch

Die ersten Duftnoten von säuerlichen fruchtigen Noten begeisterten mich sofort. Meine erste Assoziation war ein frisch aufgeschnittener grüner Apfel. Dazu passte die durch Lagerung erzeugten Holznoten, welche im Castenschiold 1864 durch süße Vanille- & Karamellnoten begleitet wurden.

Geschmack

Bei dem ein oder anderen Rum ist die Fasslagerung sehr dezent oder gar nicht wahrnehmbar. Doch der Castenschiold 1864 zeigt direkt was es bedeutet eine fassgelagerte Spirituose zu sein. Die Eichenaromen waren das Erste was ich wahrnehmen konnte und meines Erachtens auch sehr dominant. Dazu gesellte sich zusätzlich eine deutliche alkoholische Schärfe. Erst nach einer Gewöhnungszeit konnte ich die leichten Vanillenoten wahrnehmen. Mehr ließ sich geschmacklich jedoch nicht erkennen.

Fazit

Ein totaler Reinfall ist der Castenschiold 1864 definitiv nicht. Die Nase ist durch die Kombination des fruchtigen Apfels mit dem Duft nach gelagertem Holz sehr schön. Jedoch ist er im Geschmack sehr einfach und simpel gehalten. Deswegen würde ich ihn mir kein zweites Mal kaufen und die Flasche eher zum Mixen verwenden.

Meinen Eindruck könnt ihr auch HIER in der Rum Tasting Notes App sehen.

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