Nichts für schwache Nerven: SAINT JAMES – Brut de Fût 2003

Heute stellt der Benoit Bail höchstpersönlich seine Rhum Agricole Expertise mit dem SAINT JAMES – Brut de Fût 2003 unter Beweis. Schließlich handelt es sich um ein von ihm selbst ausgewählter Single Cask. Die Verkostung genieße ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Zusammen mit Jerry Gitany ist Benoit Bail Gründer der französischen Facebook Gruppe La Confrérie du Rhum. Für diese sucht er 2019 im Lager von Saint James nach besonderen Exemplaren. Zwar existiert Saint James selbst seit 1765, aber der ursprüngliche Name lautete Saint Jaques zu Ehren von Jaques Dyel. Erst später sollte der Name Saint James aus rein kommerziellen Gründen entstehen, da sich britisch klingende Produkte besser in den britischen Kolonien verkaufen ließen. Heutzutage gilt Saint Jhames mit einer Produktion von 4 Millionen Liter Rhum Agricole als der größte Hersteller dieser besonderen Rhumsorte.

Herstellung

Wie bereits erwähnt handelt es sich beim SAINT JAMES – Brut de Fût 2003 um einen sogenannten Rhum Agricole nach AOC Richtlinie. Das bedeutet, dass das verwendete Zuckerrohr im ersten Schritt auf Martinique angebaut und geerntet wurde. Danach haben sie dieses ausgepresst um den frischen Zuckerrohrsaft gewinnen zu können und diesen in den Column Stills zu destillieren. Anschließend reifte er in kleinen alten Ex-Bourbon Fässern für 15 Jahre. Eine ganz schön lange Zeit für einen Rhum Agricole. Zum Schluss haben Benoit Bail und Jerry Gitany drei dieser Fässer ausgewählt und miteinander verblendet, bevor sie sie in Fassstärke abgefüllt haben.

Geruch

Es macht immer wieder Spaß den Duft eines Rhum Agricole in der Nase. Der SAINT JAMES – Brut de Fût 2003 ist wie zu erwarten einfach frisch und fruchtig. Durch die lange Fasslagerung ist es jedoch nicht ganz so dominant sondern schön ausbalanciert mit dem Geruch nach Holz. Dazu gesellen sich Töne von dunkler Schokolade und eine gewisse Würzigkeit.

Geschmack

Der Geschmack des SAINT JAMES – Brut de Fût 2003 ist mich dann aber doch ein leichter Kontrast zu der Nase. Hier sind die ersten Aromen angenehm von Gewürzen und Holaromen geprägt. Die Früchte sind hier unterstützend unterwegs um ihm weitere Komplexität zu geben. Auch die Schokolade aus der Nase lässt sich wiederfinden, wobei sie sich von der dunklen Schokolade in eine Vollmilchschokolade verwandelt hat.

Fazit

Benoit hat mit dem SAINT JAMES – Brut de Fût 2003 definitiv seine gute Nase für tolle Rumsorten bewiesen. Ich bin froh und dankbar, dass Dirk Becker & Benoit Bail für diesen Tastingabend ihre letzten privaten Bestände geopfert haben. Vielen lieben Dank dafür. Dementsprechend traurig bin ich auch, dass ich hiervon keine Flasche erwerben kann.

Meinen Eindruck könnt ihr auch HIER in der Rum Tasting Notes App sehen.

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