Mhoba American Aged Oak: Karibikflair in Südafrika

Als Dankeschön für mein Feedbackinterview zur RumTastingNotes App von Benoit Bail und Oliver habe ich eine kleine Auswahl an Rumsorten erhalten. Heute trifft es den Mhoba American Aged Oak aus Südafrika. Er hat Potential, aber kann es leider nicht umsetzen. Warum? Lest selbst

Südafrika ist eines der beliebtesten Reiseziele des Kontinents.. Aber warum ist das so? Eins der beliebtesten Ziele ist es die Big Five (Elefant, Nashorn, Löwe, Büffel & Leopars) in ihrer natürlichen Heimat zu sehen. Doch es sprechen noch viel mehr Gründe für Südafrika. Denn neben den Big Five könnt ihr süße Brillenpinguine am Strand bewundern oder durch die Straßen von Kapstadt schlendern und das Essen probieren. Neben diesen Sehenswürdigkeiten erfreut sich die zusätzlich die südafrikanische Weinsorte Pinotage immer größerer Beliebtheit. Umso größer war meine Überraschung über die Herkunft des Mhoba American Aged Oak Rums. Ihren Sitz hat die Destillerie im Onderberg Bezirk von Mpumalanga.

Herstellung

Hier baut Mhoba für die Rumproduktion ihren eigenen Zuckerrohr der regionalen Sorte Nkomazi an. Wie es für kleine Destillerien üblich ist, werden viele Arbeitsschritte wie die Ernte noch per Hand erledigt. Nach der Zerkleinerung des Zuckerrohrs , wird es zur Gewinnung des Saftes anschließend hydraulisch gepresst. Danach geht es auch unter Zugabe von regionalen Hefen direkt zur Fermentation des Saftes. Je nach gewünschtem Endprodukt lassen sie den Saft zwischen ein bis drei Wochen gären. Wer bei den bisherigen Schritten an einen Rhum Agricole denken muss, liegt gar nicht so falsch. Nur die Destillation in selbst entwickelten Pot Stills und Column Stills unterscheidet ihn im Wesentlichen vom Rhum Agricole nach AOC. Denn die AOC Richtlinien schreiben eine reine Destillation in Column Stills vor. Auch die Lagerung in Glasballons (auch Demijohns genannt) ist recht unüblich in der Rumbranche. Dort lagern sie gemeinsam mit Holzchips (hergestellt aus ehemaligen Eichenfässern) bevor die Abfüllung in ehemalige Whiskyfässer erfolgt. Nach dem Reifungsprozess erfolgt dann auch die langsame Reduzierung des Alkoholgehalts auf eine Trinkstärke von 43% sowie die Abfüllung in Flaschen.

Geruch

Wenn ich mein Geruchseindruck mit einem Wort beschreiben würde, wäre es Kontrast. Schließlich fing es durch die Holzchips mit einem angenehm süßen Duft von Vanille an. Doch direkt danach zeigte sich sehr stark gebrannte Eiche als kompletter Kontrast. Erst wenn sich die Nase an diese beiden kontrastreichen Düfte gewöhnt hat, könnt ihr eine leichte Fruchtigkeit wahrnehmen.

Geschmack

Die geschmacklich erste Runde eröffnete die Vanille bei mir im Mund und zeigte sich sehr präsent. Abgelöst wurde sie dann in der zweiten Runde von der bereits in der Nase angekündigten Aromatik von jungem Holz. Dazu gesellten sich als Unterstützung sehr harmonisch aber auch dezent Noten von fruchtigem Pfeffer und leichte Schokotöne. Nur die alkoholische Schärfe zerstörte dieses Potential im Mhoba American Aged Oak.

Fazit

Irgendwie hat mich der Mhoba American Aged Oak überhaupt nicht abgeholt. Er zeigt sich durch die starken Vanille- & Holzaromen als ein klassischer fassgelagerter Rum. Zwar zeigen die Pfeffer- und Schokotöne Potential, aber die alkoholische Schärfe macht hier viel zunichte. Deswegen kann ich für diesen Rum im Preissegment von 40 Euro keine Empfehlung aussprechen.

Meinen Eindruck könnt ihr auch HIER in der Rum Tasting Notes App sehen.

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