Chairman’s Rum Reserve Spiced: Die Weihnachtsspirituose

Der aktuelle Wintereinbruch lässt mich doch ein wenig den ausgefallenen Weihnachtsmarkt vermissen. Umso besser, dass ich bei der Suche nach einem Spiced Rum auf den Chairman’s Rum Reserve Spiced gestossen bin. Obwohl die Geschmacksbeschreibung sehr speziell klingt, erfreut sich der Rum einer immer größeren Fangemeinde bei meinen Freunden.

St. Lucia ohne die Marke Chairman’s? Heutzutage unvorstellbar, da es sich doch um die bekannteste und umfangreichste Marke von dieser kleinen Insel handelt. Doch lasst uns eine Reise in die Vergangenheit machen. Hier erfahren wir wie die St. Lucia Distillers Group of Companies entstanden ist und warum sie so ein großes Rumportfolio hat.

Wie es für Trends üblich ist, hielt auch der große Rumtrend aus dem 17. Jahrhundert nicht dauerhaft an. Deswegen haben es bis 1950 auf St. Lucia auch nur zwei Destillieren geschafft zu überleben. Dies war zum einen die Barnard Family Estate und zum anderen die Geest Destillerie. Um auch ihr zukünftiges Überleben zu sichern, gründeten beide Destillerien 1972 in einem Joint Venture die St. Lucia Distillers Group of Companies. Doch von dem einstigen Familienunternehmen war bis 2013 nur noch Laurie Barnard als Managing Director übrig. Schließlich verkaufte die Familie Barnard alle ihre Anteile der Destillerie 2005 an die Colonial Life Insurance Company (CLICO). 2016 kaufte dann die Groupe Bernard Hayot die St Lucia Distillers Group of Companies.

Herstellung

Der Import der Melasse stellt bei der St. Lucia ein besonderes Ereignis dar. Sie importieren ihre Melasse von Guyana per Schiff indem die Schiffe in der Roseau Bay die Melasse in Pipelines pumpen. Diese Pipelines führen unter dem Roseau Riven direkt zur St. Lucia Distillers in deren Melassetanks. Nach der Fermentation destillieren sie die Melasse sowohl in Pot Stills als auch in Column Stills. Anschließend erfolgt die erste Reifung für 9 bis 12 Monate in frischen Fässern bevor sie für 5 Jahre in alte Fässer von Jim Beam, Jack Daniels und Buffalo Trace umgefüllt werden. Durch die Verblendung der verschiedenen Rumsorten entsteht dann der Chairman’s Reserve Finest. Erst durch die Zugabe von Vanille, Zimt, Nelken, Muskatnuss sowie Bitterorange entsteht der Chairman’s Rum Reserve Spiced.

Geruch

Meine erste Überlegung war erst, ob es sich bei dem Chairman’s Rum Reserve wirklich um einen Spiced Rum handelt. Ich dachte erst es könnte das Wrigleys Fruchtkaugummi sein. Sie ähneln sich vom Geruch her beide sehr stark. Beim genaueren analysieren zeigte sich mir dann doch als erstes die Bitterorange gefolgt von einem großen Mix der Gewürze. Da ich nur zur Winterzeit den Duft Orangen in Kombination mit Nelken, Zimt, Anis und Muskatnuss finde, war es für mich eine Rückkehr in die Weihnachtszeit.

Geschmack

Mich erinnerte es auch im Geschmack sehr stark ans Wrigleys Fruchtkaugummi welches noch zusätzlich Zimtaromen erhalten hat. Dafür waren die Orangenaromen sowie die Muskatnuss wunderbar in den Chairman’s Rum Reserve Spiced eingebunden. Im Abgang kam dann wieder ganz klar der Zimtgeschmack zur Geltung.

Als Longdrink zusammen mit Cola sah es dann doch etwas anders aus. Die Cola schwächte den Zimtgeschmack wesentlich ab und sorgte dafür, dass die anderen Aromen zur Geltung kamen. Nun zeigte sich das harmonische Zusammenspiel der Vanille mit dem Zimt. Auch die Aromen von Nelke, Muskatnuss und der Bitterorange kamen jetzt stärker zur Geltung und rundeten das Gesamtbild ab.

Fazit

Mein Fazit ist im Zusammenhang mit dem Chairman’s Rum Reserve Spiced etwas zweigeteilt. Für Fans vom puren Genuss kann ich diesen Rum nicht empfehlen. Dafür fehlt ihm meines Erachtens die Komplexität und das Zimtaroma ist definitiv zu dominant.

Bei einem Preis von 23 Euro finde ich ihn aber perfekt zum Mischen von Cola. Er ist anders und polarisiert sehr stark durch seine Zimt-, Orangen und Muskatnussaromen. Entweder ihr liebt ihn oder ihr hasst ihn.

Meinen Eindruck könnt ihr auch HIER in der Rum Tasting Notes App sehen.

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